An dieser Stelle finden Sie Leseproben aus meinem Gedichtband


DER FRÜHLINGSWIND KAM ÜBER NACHt, Gedichte mit Humor und Espri


Und dem Buch:

FRISCH AUS DER FEDER, Kurzgeschichten querbeet


Besonderen Spaß habe bei dem Schreiben von Hundegedichten, hier eine 

kleine Kostprobe:


Eigenwillig


Heute ist ihr Pflegetag,
Pudel Tina den nicht mag.
Doch ihr Sträuben hilft hier nicht,
Frauchen ist nur drauf erpicht
zu erreichen den Salon,
wo die Wanne wartet schon.


Eingeschmiert mit Magerquark,
damit wird der Haarwuchs stark,
wieder schnell ins Wasser rein,
„Tina, ruhig, das muss sein.
Nur noch etwas Rosenduft“,
schmeichelnd Frauchen ihr zuruft.

Abgerieben, frisch frisiert,
Tina nichts mehr interessiert,
wie im Trance, so steht sie da,
Frauchen lobt sie: „Wunderbar!“

Doch da wacht die Tina auf,
eilt vom Tisch im schnellen Lauf,
sie rast an die frische Luft,
Frauchen sie vergeblich ruft.

Draußen ist die Hölle los,
Tina wird auf einmal groß.
Sie spürt gleich, der Platzregen,
kommt ihr wunderbar entgegen.


Aus, vorbei mit Rosenduft,
was auch immer Frauchen ruft!
Schlau wälzt sie sich mit viel Schwung,
hin und her im Pferdedung.

Frauchen ist total empört,
Tina das nicht weiter stört



Hurra, der Frühling ist da, überall grünt, blüht und sprießt es,

auch hier auf meiner Seite:



Frühlingsgefühle


Geschmolzen ist das letzte Eis,
es grünt, es sprießt und blüht.
Der Frühling naht, man spürt ganz leis
den Charme, den er versprüht.

Warmes Sonnenlicht,


Vergissmeinnicht.
Zum Vogelgesang,
Maiglöckchenklang.

Suchen und finden,
neu sich binden.
Richtig sich traun,
Nester baun.


Bald zeigt so manches Elternpaar,
wie seine Brut gelingt.
Der Mensch sieht erst im nächsten Jahr,
was Frühlingsliebe bringt.


Frühling (Achrostichon)


F röhlich klingt ein altes Lied
R ingsum durch die Luft.
Ü berall es grünt und blüht,
H older Frühlingsduft.


L iebe, Leben neu erwacht
I n dem Sonnenschein.
N ur der Maulwurf stört die Pracht,
G räbt sich wieder ein.


Ganz einfach, Limerick


Im Frühjahr erkannte sie leider:
Geschrumpft waren alle Kleider.
Der Frust war sehr groß,
da dachte sie bloß:
„Mir hilft nur mehr Stoff und ein Schneider!“




Mein Buch "Frisch aus der Feder" beinhaltet viele spannede Geschichten auch aus meiner Kindheit und Jugend.

Heute möchte ich eine neue Geschichte vorstellen, die noch nicht veröffentlicht wurde.



Der Lappen anno 1962


„Juchhe“, jubelte ich und wedelte mit dem grauen Dokument. „Du hast es mir versprochen, Vati! Wann darf ich dich kutschieren?“
„Glückwunsch“, meinte er. Prüfend sah er den Lappen an. Dann huschte etwas wie ein Schatten über sein Gesicht. „Bist du sicher, dass du meinen Kapitän fahren kannst?“
„Klaro, hab doch immer aufgepasst, wie du es machst.“
„Na gut, wir können es jetzt gleich versuchen. Am besten fangen wir mit einer Autobahnfahrt an.“


Auf einer Raststätte wechselten wir die Plätze. Sofort bemerkte ich, dass dieses Fahrzeug mindestens zwei Nummern zu groß für mich war. Welch ein Unterschied zu dem VW 1303, auf dem ich gelernt hatte, mit Knüppelschaltung und überschaubarer Straßensicht. In Vatis Kapitän versank ich. Ich schluckte, dann dachte ich: ‚Egal, nur nichts anmerken lassen.‘ Beherzt schob ich den Sitz ganz nach vorne und zog mich am Lenkrad hoch. So sollte es hoffentlich gehen.
Nach kurzer Unterweisung – Lenkradschaltung, Blinker, Bremse, Kupplung – fragte Vati: „Alles klar?“
Ich nickte, ja, es konnte losgehen.„Also, ersten Gang einlegen, die Kupplung kommen lassen, langsam, ganz laaangsam. Gut so, und jetzt schalt in den zweiten Gang und nimm dort drüben die Auffahrt.“
Ich fuhr, reckte mich hoch, um alles zu überblicken. Die Autobahn war leer, so klappte es mit dem Auffahren.
„Gib Gas!“
Gerne.“ Ruckartig schossen wir nach vorn.
„Spinnst du, du musst das Pedal streicheln!“Ich gab mir Mühe.
Irgendwann sah ich im Rückspiegel dicht hinter uns einen Streifenwagen der Polizei auftauchen. Er überholte uns, bog auf den Standstreifen ab und blieb stehen. Mit einer roten Kelle aus dem Fenster machte man mir klar, dass ich dahinter stoppen sollte. Ich trat auf die Bremse, natürlich viel zu hart.
„Aua“, stöhnte Vati auf und rieb sich die Stirn. Zwei Polizisten sprangen zunächst etwas zur Seite, dann eilten sie zu meiner Fahrertür und blickten durchs Fenster.
„Kein Geisterfahrzeug, da sitzt doch jemand hinterm Steuer“, hörte ich. „Bitte, dreh die Scheibe runter“, kam der Befehl – was ich gleich tat.
„Sag mal, du bist doch noch keine 18?“, stellte der vordere Beamte mit einem hämischen Grinsen fest.
„Mein Töchterchen …“, setzte Vati an, wurde aber gleich wieder unterbrochen.
„Zu Ihnen kommen wir später. Also, was ist, wie alt bist du?“
Ich merkte, wie ich rot vor Wut anlief. „Ich bin 21, kaum zu glauben, oder?“
Beide traten etwas zurück, schauten mich erneut kritisch an. Dann knurrte der andere Polizist: „Kann ich bitte den Führerschein sehen?“
„Mein Töchterchen …“, versuchte Vati es erneut.
„Wie gesagt, zu Ihnen kommen wir später. Den Führerschein, bitte.“
„Hier ist er, wie ihr sehen könnt, ist er ganz neu, von heute.“
„Das heißt: Wie Sie sehen können“, fauchte mich der Vordere an. Dann prüften beide den Schein von allen Seiten und schwiegen. Ihre Gesichter verfärbten sich stark.

„Mein Töchterchen hat heute die Fahrprüfung bestanden, dies ist unsere erste Fahrt“, konnte Vati endlich anbringen.
„Ist das Ihr Auto?“, wandten sie sich an ihn. „Wie heißen Sie überhaupt?“
„Mein Name ist Schmiedeknecht. Ich bin übrigens Vorsitzender vom VfL Bochum.“
Das war übertrieben, er war nur zweiter Vorsitzender. Egal. Plötzlich traten sie von einem Bein aufs andere. Mit spitzen Fingern gab man mir den Führerschein zurück.
„Vielleicht wollen Sie wissen, warum wir Sie angehalten haben?“
Vati und ich nickten.
„Also, erstens fuhren Sie in Schlangenlinien, zweitens konnten wir nur den Beifahrer erkennen. Und drittens wollten wir sehen, wie so ein Geisterfahrzeug funktioniert.“
„Nichts für ungut.“ Mein Vater versuchte, die Sache zu Ende zu bringen.
Ich aber musste unbedingt meinen Frust loswerden: „Ja, ich bin Anfängerin“, schnaubte ich. „Ja, ich seh wohl jünger aus, worauf ich sehr stolz bin, aber dürfen Sie mich deshalb duzen?“
„Ach“, hieß es, „fahren Sie einfach los und Sie, Herr Schmiedeknecht, passen Sie gut auf Ihr Töchterchen auf. Übrigens gibt es Sitzkissen, damit bekäme Ihre Tochter sicher alles besser in den Griff.“ Diese Belehrung musste ja kommen, von wegen das letzte Wort behalten.

Auf dem nächsten Parkplatz sagte Vati zu mir: „Halt an, ich übernehm jetzt wieder das Steuer.“ Er sah etwas blass aus mit Schweißperlen auf der Stirn. „Morgen kannst du mich zum Bootshaus nach Witten fahren, wenn du möchtest.“
Das Angebot nahm ich gerne an.

Auf einem Sitzkissen thronend ging es am nächsten Nachmittag im Stadtverkehr los. Schon nach der ersten Kurve wurde Vati hektisch.
„Langsam! Du nimmst ja gleich den Bordstein mit. Pass auf, die Ampel ist rot.“
„Hab ich doch gesehen.“ Ich bremste. Verdammt, das war wieder zu heftig. Wir schossen beide nach vorne, der Wagen stand. Vati hielt sich den Kopf.
„Hab ich dir nicht gesagt, dass du beim Bremsen vorsichtig sein sollst?!“ Er schluckte, dann brüllte er: „Es ist grün, fahr los!“
Das tat ich – ganz langsam. Hinter uns hupte jemand. „Mehr Gas, du behinderst alle.“
Ich beschleunigte, die nächste Ampel kam in Sicht.
„Pass doch auf, es ist rot!“, keuchte er und schlug die Hände vors Gesicht.
Da sah ich auch rot, bremste abrupt, kuppelte aus und zerrte die Handbremse hoch. Dann riss ich die Tür auf.
„So, mir reicht‘s, sieh zu, wie du klarkommst.“ Ich stieg aus, schlug die Fahrertür heftig hinter mir zu, überquerte die Kreuzung und ging erhobenen Hauptes zu einer Straßenbahnhaltestelle.
Plötzlich hörte ich jemanden hinter mir rufen: „He, du Penner, willst du hier übernachten?“
Anschließend hupte es anhaltend. Vorsichtig sah ich mich um. Da saß Vati bereits hinterm Steuer. Ich traute meinen Augen nicht: Er fuhr bei Rot über die Ampel und jagte wie von Furien gehetzt davon.

Beim Abendbrot trafen wir uns. Er wirkte ziemlich entspannt. „Tut mir leid, dass ich heute etwas heftig war. Wollen wir es morgen noch einmal versuchen?“, fragte er mich.
„Besser nicht … Aber wenn ich vielleicht mal alleine fahren dürfte, ohne deine geschätzten Kommandos?“
Er grinste und holte aus seiner Jackentasche einen Autoschlüssel, den er mir feierlich übergab: „Draußen steht ein VW 1303. Ein neu erstandener Firmenwagen, gebraucht, versteht sich, aber tipptopp. Pass bloß auf, mach mir keine Beule dran!“
Das versuchte ich natürlich, ganz ohne Kratzer ging es leider nicht – ich war halt Anfängerin 

 



Hier doppelklicken, um Ihren eigenen Text hinzuzufügen.