Die Texte auf dieser Seite sind meinen Büchern entnommen:
DER FRÜHLINGSWIND KAM ÜBER NACHT, Gedichte mit Esprit und Humor
FRISCH AUS DER FEDER, Kurzgeschichten querbeet, gewürzt mit Humor
beide Bücher sind in allen Buchhandlungen, auch bei Amazon und als E-Book zu erhalten.
Das alte Jahr ist längst verwchwunden, der Winter wütet. Bei uns im Ruhrgebiet sieht er
meistens nur grün aus. Dazu folgendes Gedicht:
Wintertraum
Winter, wenn ich an dich denke,
spüre ich, mir wird gleich kalt,
sehe Blumen als Geschenke,
die ans Fenster sind gemalt.
Weißes Glitzern ist dein Zeichen,
Flocken treiben wild umher,
laut du stöhnst und willst nicht weichen,
Stürme jagen übers Meer.
Hier so lässt du dich nicht blicken,
Tränen sendest du statt Schnee,
milde Lüfte dich verzücken,
ohne Eis wellt sich der See.
Ich schreck hoch, ich mach mir Sorgen,
zahnlos wirkt dein harter Mund,
schenke Kälte wieder morgen,
Winter, werde bald gesund.
Ende Februar kommt plötzlich Hoffnung auf:
Weiß wie ...
Kalt blies im Februar der Wind,
trieb weiße Flocken vor sich her.
Die tanzten, wurden immer mehr,
das Land versank im Schnee geschwind.
Ein Flöckchen hielt sich ganz allein,
es tänzelte, es wiegte sich.
Den andern es geschickt auswich
es wollte nie Schneedecke sein.
Weiter der Wind gen Süden blies,
das Flöckchen taumelte verzückt.
Die Neugier machte es verrückt,
bis es an seine Grenzen stieß.
Die Wärme fraß am Schneeflöckchen,
in einem Garten es verschied.
Aus seinen Tropfen rasch erblüht:
Das erste zarte Schneeglöckchen.
Und dann kommt zum Beispiel ein:
Frühlingserwachen
Der Frühlingswind kam über Nacht,
ein Blütenmeer hat sich entfacht.
So bunt, so schön im Sonnenschein,
die Ameise will auch hübsch sein.
Sie putz sich raus, gleich kommt ihr Freund,
von dem sie immer schon geträumt.
Verliebt wiegt sie sich hin und her,
den kleinen Bach sieht sie nicht mehr.
Da rutscht sie plötzlich einfach aus,
sie kann nicht schwimmen, welch ein Graus.
Der Freund kommt schnell daher gerannt,
er reicht ihr rettend seine Hand.
Sie fühlt sich wie elektrisiert,
er zeigt sich langsam interessiert.
Der kleine Bach rauscht wie man hört,
die beiden das nicht weiter stört.
Zum Abschluss die Kurzgeschichte:
„Hannibal, Hannibal!“
Wir kamen vom Fußballplatz und es dämmerte bereits, als mich mein kleines Herrchen Pit anleinte.
„Auf, Petzi, wir müssen los“, rief er mir zu.
Ich sprang sofort auf. Wir liefen einen Feldweg entlang und sahen bereits das Haus, in dem Pit, seine Familie und ich wohnten.
Plötzlich kam mir ein Geruch vom Boden entgegen, der mich abrupt stoppen ließ.
Pit strauchelte. „Bist du verrückt geworden?“ Er stöhnte und zerrte weiter an der Leine.
Doch das ging jetzt gar nicht. Meine Freundin, Cockerspaniel Susi, hatte hier ihre Duftprobe hinterlassen. Das roch nach Hochzeitstanz. Also stemmte ich mich fest nach hinten. Es gab einen Ruck, danach löste sich die Leine vom Halsband.
„Petzi, komm sofort bei Fuß!“, schrie Pit.
Unmöglich, schließlich ging es um Susi. Ich drehte mich blitzschnell um, raste davon und verschwand unter einem großen Busch. Von dort aus sah ich, wie Pit nach einigem Rufen aufgab und nach Hause rannte.
Gerade, als ich zurück zum Weg wollte, kam mir Wolfram, ein ergrauter, großer Schäferhund, entgegen. Ich plusterte mich auf und zeigte Kampflust.
Er sah mich durchdringend an und sein Fell richtete sich auf. Dann brummte er mit tiefer Stimme: „Kleener Foxterrier, ich könnte dein Großvater sein. Lass gut sein, verschwinde einfach!“
Mit erhobenem Kopf stolzierte er an mir vorbei.
„Komischer Alter, egal“, murmelte ich und eilte zu der Stelle, wo es so herrlich nach Susi gerochen hatte. Ich fragte ich mich, ob ich sie heute noch besuchen sollte.
In diesem Moment knackten Äste hinter mir. Wolfram raste aus einem Gebüsch heraus, gar nicht mehr stolz. Er lief auf mich zu. Dabei ertönte hinter ihm ein Geräusch, als ob Hölzer aufeinanderschlugen. Sehen aber konnte ich nur einen Schatten.
Direkt vor mir stoppte Wolfram. Er dreht sich um. „Herrgottsdackel, hier hast du Frischfleisch. Das ist sicher viel besser als meine alten Knochen.“
Ich zuckte zusammen. Der Herrgottsdackel, das war der Tod. „Wenn der sich einem Hund zeigt in der Gestalt eines riesigen Dackelskeletts, mit feuerspeiendem Blick und dazu den Namen des Hundes zweimal ruft, ist es vorbei mit dem Hundeleben“, hatte mich meine Mami gelehrt. Und der war jetzt hier? Ich begann zu zittern.
„Wa-wa-was willst du von mir, Herrgottsdackel?“, stammelte ich.
„Nimm ihn, verschone mich!“, frohlockte Wolfram.
Da sah ich rot. Wollte der Alte mich opfern? Mit einem Satz war ich bei Wolfram und wollte ihm gerade an die Gurgel gehen, als die mächtige Stimme des Herrgottsdackels ertönte:
„Petzi, lass es gut sein!“
Ich ließ mich auf den Boden fallen und legte meinen Kopf auf die Vorderpfoten.
„Nun zu dir, Wolfram. Eigentlich sollte ich dich heute holen, denn du hast in letzter Zeit so viel Mist gebaut, dass es bis zum Himmel stinkt. Steh auf, wenn ich mit dir rede.“
Da stand der alte Hund mit gebeugtem Kopf und hängendem Schwanz. Jetzt tat er mir fast ein wenig leid.
„Aber auf meiner Liste steht nur noch ein Hund, den ich holen muss, und der heißt anders als du. Dir kann ich nur raten: Bessere dich, dass ich keine Klagen mehr höre!“
„Ich werde es versuchen“, beteuerte Wolfram und wackelte vorsichtig mit der Rute.
Ich atmete erleichtert auf.
Ehe wir uns versahen, war der Schatten vom Herrgottsdackel verschwunden.
Meine Freundin Susi fiel mir wieder ein. Ich eilte auf den Weg, wo es so köstlich geduftet hatte. Plötzlich ertönte lautes Gebell. Von überall kamen Straßenköter angelaufen. Hannibal, ein schäferhundgedackelter Rottweiler, der sich immer als Anführer aufspielte, kläffte begeistert: „Sieh da, meine Susi ist reif für mich. Da werde ich gleich –“,
Weiter kam er nicht.
„Nein, sie gehört mir!“, bellte ich, so laut ich konnte, leider kläfften aber noch drei andere Hunde mit mir.
Sofort entbrannte ein Kampf. Da wurde gebissen, gerissen, mit lautem Knurren und Bellen
Es floss sogar Blut.
Mitten im Durcheinander tönte Wolframs Stimme wie ein grollender Donnerschlag:
„Aufhören, hört sofort auf! Oder wollt ihr, dass der Herrgottsdackel euch gleich hier einsammelt?“
„Herrgottsdackel? Ich will meine Susi!“, stieß Hannibal hervor.
Ich kniff ihn noch einmal in den Schwanz, danach kehrte Ruhe ein. Wir starrten Wolfram an.
„Ja, guckt nicht so! Der Herrgottsdackel sucht nach Opfern, er war gerade hier, nicht wahr, Petzi?“
Statt einer Antwort fing ich an zu zittern...
Fortzetzung folgt in meinem Buch